Aktuell vom: 26.02.2010
Pro und Contra Rauchen am Arbeitsplatz in Österreich
Nichtraucher haben am Arbeitsplatz Vorrang. Sie müssen vor Tabakrauch geschützt werden. Daher gibt es Regeln für Betriebe. Der Spielraum für Raucher wird auch am Arbeitsplatz immer enger
Wo gelten Rauchverbote in Betrieben?
Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Nichtraucher vor der Einwirkung von Tabakrauch geschützt werden. Das Rauchen ist verboten, wenn mindestens ein Raucher und ein Nichtraucher gemeinsam in einem Büroraum oder vergleichbaren Arbeitsraum arbeiten. Vergleichbare Arbeitsräume und Tätigkeiten sind beispielsweise Meisterkojen, Lager, Qualitätssicherung, Programmierung, Fein- und Elektrotechnik, Uhrmacher und
Optiker
Weiters gelten arbeitnehmerschutzrechtliche Rauchverbote
in Sanitätsräumen und Umkleideräumen, natürlich bei Brand- oder Explosionsgefahr sowie darüber hinaus
allenfalls aus produktionstechnischen bzw hygienischen Gründen (zB bei der Herstellung von Lebensmitteln oder in Reinräumen)
Darf in Aufenthaltsräumen geraucht werden?
Auch in Aufenthalts- und Bereitschaftsräumen ist laut Gesetz der Nichtraucher vor der Einwirkung von Tabakrauch zu schützen. Der wirkungsvollste Schutz ist das Rauchverbot. Allenfalls möglich ist die räumliche Trennung oder zeitlich getrennte Nutzung der Aufenthalts- und Bereitschaftsräume durch Nichtraucher und
Raucher
WICHTIG: Nach dem Mutterschutzgesetz müssen werdende Mütter vor der Einwirkung von Tabakrauch speziell geschützt
werden
Ist ein Geschäftslokal ein öffentlicher Ort, an dem nicht geraucht werden
darf?
Nach dem Tabakgesetz gelten Rauchverbote in Räumen öffentlicher
Orte
Was sind öffentliche Orte?
Ein öffentlicher Ort ist jeder Ort, der von einem nicht von vornherein bestimmten Personenkreis ständig oder zu bestimmten Zeiten betreten werden. Solche Orte sind beispielsweise
- Geschäftslokale
- Einkaufszentren
- Büroräume oder ähnliche Räume mit Kunden- bzw Parteienverkehr zu festgelegten Dienstzeiten bzw zu Zeiten, in denen üblicherweise Kunden- bzw Parteienverkehr
stattfindet
- Weiters gelten Rauchverbote in Bus, Bahn, Schiffen und
Flugzeugen
Gibt es Ausnahmen vom Rauchverbot?
Eine Ausnahme vom Rauchverbot ist in einzelnen Räumen nur unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen möglich. Demnach können nur bei ausreichender Zahl von Räumen einzelne Räume als Raucherräume bezeichnet werden, wenn gewährleistet ist, dass der Tabakrauch nicht in Rauchverbotsbereiche dringt und
das Rauchverbot dadurch nicht umgangen wird
Die Raucherräume müssen dem zu Folge verschließbar sein. Sie benötigen eine von den anderen Räumen getrennte Entlüftung. Gibt es einen Betriebsrat, kann eine erzwingbare Betriebsvereinbarung über die örtliche Festlegung einzelner Raucherräume abgeschlossen
werden
WICHTIG: Rauchverbote sind kennzeichnungspflichtig. Die Rauchverbotshinweise oder die Rauchverbotssymbole sind in ausreichender Zahl und Größe so anzubringen, dass sie überall im Raum klar ersichtlich und eindeutig sind. Ergänzend empfiehlt sich, Räume mit Raucherlaubnis mit Raucherlaubnishinweise oder Raucherlaubnissymbole zu
kennzeichnen
Wer überprüft das Einhalten von Rauchverboten?
Die Einhaltung der Rauchverbote nach dem Tabakgesetz und dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz hat der Arbeitgeber zu überwachen.
Wenn keine Betriebsvereinbarung vorliegt, muss der Arbeitgeber das Rauchverbot
anordnen
Kann jemand wegen Rauchen am Arbeitsplatz gekündigt
werden?
Grundsätzlich ist Rauchen kein Entlassungsgrund. Wenn aber ein Rauchverbot besteht und der verstößt, kann bei beharrlicher Weigerung eine „personenbedingte“ Kündigung ausgesprochen
werden
Muss man beim Einstellungsgespräch die Frage „Sind Sie Raucher“
beantworten?
Diese Frage muss ein Bewerber nicht beantworten, da sie keine unmittelbare Auswirkung auf das Dienstverhältnis hat. Wenn man antwortet, muss man das aber wahrheitsgetreu
tun
Wo darf man als Arbeitnehmer überhaupt noch
rauchen?
Bei Einhaltung von ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und Tabakgesetz besteht am Arbeitsplatz nur noch Raucherlaubnis,
wenn ein Arbeitnehmer allein in seinem Einzelbüro ohne Kunden- bzw Parteienverkehr bei geschlossener Tür arbeitet, oder
wenn es sich um typische Werks- bzw. Fabrikshallen handelt, und keine brand- oder explosionsgefährlichen Arbeitsstoffe verwendet werden bzw. keine produktionsbedingten Hinderungsgründe vorliegen, oder
in weiten Bereichen der Gastronomie, oder wenn ausschließlich Raucher in ihrem Arbeitsraum ohne Kunden- bzw. Parteienverkehr tätig
sind
Wie oft steht eine Rauchpause zu?
Übersteigt die Arbeitszeit 6 Stunden, so steht eine halbstündige Ruhepause zu, in denen sich der Arbeitnehmer frei bewegen darf. Da kann in dazu geeigneten Räumen geraucht werden. Nach Absprache mit den Arbeitgeber können diese Pausen auch in kleineren Einheiten konsumiert werden. Kurze Unterbrechung („I geh kurz eine Rauchen“) während der Arbeitszeit können vom Arbeitgeber untersagt, aber auch geduldet werden
Erfahrung zeigt aber: Raucher sind meist gute
Kollegen
Anmerkung: Viele Unternehmer werden ihre Mitarbeiter weiter paffen lassen, eine Zigarette hin
und wieder kann auch gewaltige Leistungssteigerung bringen, das war schon immer so - Probleme in ihrer
Firma mit Rauchen hat nichts zu tun mit Lohnzeiten oder Fehlzeiten, meist stimmt die Organisation des
Betriebes nicht, das Management sucht eben die Fehler immer bei den Mitarbeitern und nicht bei sich selbst
(Spiele, Surfen und Twittern während der Arbeitszeit sind wahrlich weit größere und echte
Arbeitszeitkiller)
[In unserer 30 Jährigen Betriebserfahrung hat es sich gezeigt
das Raucher auch bessere Kollegen sind als militante Nichtraucher,
die haben auch mit neumodernen Mobbing begonnen]
Alle Zigaretten sind gleich schädlich
Viele Raucher lassen sich von Zigarettenschachteln in die Irre führen - Aufschriften wie
"Leicht" oder "Fein" irritieren
New York/Waterloo - Raucher lassen sich einer kanadischen Studie zufolge von geschickt gestylten
Zigarettenschachteln immer noch in die Irre führen. Worte wie "Silber" oder
"Fein" auf der Packung, eine freundliche Farbe oder die Abbildung eines Filters erweckten
den Eindruck, bestimmte Sorten seien weniger schädlich als andere, fand David Hammond von der
Universität von Waterloo in der kanadischen Provinz Ontario heraus. "Da gibt es ein
Schlupfloch, das geschlossen werden muss."
In weltweit mehr als 50 Ländern sind Bezeichnungen wie "Leicht", "Mild" oder
"Teerarm" verboten, weil sie zu der irrigen Annahme verleiten, der Inhalt sei weniger schädlich.
Bei dem Versuch hielten nun 80 Prozent der Befragten Zigaretten aus einer Packung mit der Aufschrift
"Fein" für weniger gefährlich als aus einer, auf der "Normal" stand. 79 Prozent
dachten, eine hellblaue Schachtel verspreche leichteren Genuss als eine dunkelblaue. Und 76 Prozent ließen
sich von einem abgebildeten Filter arglos stimmen, wie das Fachblatt "Journal of Public Health"
berichtet
Weltnichtrauchertag
Rauchen tötet 14.000 Österreicher pro Jahr
14.000 Menschen in Österreich sterben jährlich an Krankheiten, die durch das Rauchen verursacht
wurden. 2,3 Millionen Menschen greifen hierzulande regelmäßig zur Zigarette, so
Gesundheitsminister Alois Stöger (S) am Freitag in einer Aussendung anlässlich des bevorstehenden
Weltnichtrauchertags am Sonntag. Immer mehr Frauen rauchen, bei jungen Menschen haben Mädchen ihre
männlichen Altersgenossen bereits überholt
Österreich sei beim Nichtraucherschutz gut unterwegs, zeigte sich der Gesundheitsminister überzeugt.
"Ich appelliere an die Öffentlichkeit und vor allem an die Gastronomie, die gesetzlichen
Regelungen zum Schutz der Nichtraucher verlässlich umzusetzen und dadurch Verantwortungsbewusstsein
für die Gesundheit der Mitmenschen zu beweisen. Da besteht Handlungsbedarf."
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Zahl der Todesopfer weltweit auf 5,5
Millionen. "Die wirksamsten Instrumente gegen das Rauchen sind die Einhaltung des Tabakgesetzes
und die eigenverantwortliche Gesundheitsprävention", mahnte Stöger. Ziel sei es, die Zahl der
Tabakkonsumenten zu reduzieren und das Nichtrauchen noch mehr zur Norm zu machen und
gesellschaftlich zu stärken. Wichtig sei auch die Vorbildwirkung Erwachsener für Kinder und
Jugendliche. (APA)
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
Die Abkürzung COPD steht für die englische Bezeichnung "Chronic Obstructive Pulmonary
Disease", der deutsche Begriff lautet "Chronisch obstruktive Lungenerkrankung". Da
die Krankheit in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch Rauchen entsteht, findet sich
umgangssprachlich sehr häufig die Bezeichnung "Raucherlunge"
Wie schon aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich bei der COPD um eine chronische, also lang
andauernde Erkrankung. "Obstruktion" wiederum bedeutet, dass eine Behinderung des
Atemstromes vorliegt. Diese stellt für den Patienten das eigentliche Problem dar, weil sie - vor
allem bei körperlicher Belastung - Atemnot nach sich zieht
Der Begriff "Lungenerkrankung" beschreibt, dass sowohl das verzweigte
luftleitende Röhrensystem der Bronchien als auch das Lungengewebe betroffen sein kann:
- Im Bereich der Bronchien spricht man von einer chronischen Bronchitis
- Im Bereich des Lungengewebes befällt die Erkrankung die Lungenbläschen, diese werden größer,
die Elastizität der Lunge lässt nach, es entsteht eine Überblähung: das Lungenemphysem
Bei einer COPD sind chronische Bronchitis und Lungenemphysem jeweils in individuell
unterschiedlichem Ausmaß vorhanden. Beiden ist allerdings gemeinsam, dass sie den Luftaustausch
erschweren, wodurch die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems gemindert wird. Dies macht sich in
Form der unangenehmen Atemnot bemerkbar
Wie entsteht die COPD?
Wie bei vielen chronischen Erkrankungen sind auch im Fall der COPD einerseits
genetische Vorraussetzungen, andererseits Umwelteinflüsse für die Entstehung verantwortlich zu
machen
Genetik
Nicht jeder Raucher erkrankt an einer COPD, die Widerstandsfähigkeit gegen die
chronische Autoaggression des Zigarettenkonsums
ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Mit Ausnahme der Messung der bronchialen
Empfindlichkeit gibt es derzeit keinen Test, anhand dessen sich voraussagen lässt, wer durch das
Rauchen wie schwer geschädigt wird.
Wie immer in der Medizin gibt es aber auch hier Ausnahmen: Wer beispielsweise einen
schweren Alpha-1-Antitrypsin-Mangel aufweist und infolge dieser Erbkrankheit ein Lungenemphysem
entwickelt, schadet sich durch das Zigarettenrauchen jedenfalls massiv
Umwelteinflüsse
Von den Umwelteinflüssen auf das System Bronchien und Lungengewebe spielt das Zigarettenrauchen
heute die bei weitem bedeutendste Rolle. Rauchen ist die wichtigste vermeidbare Ursache für frühzeitige
Invalidität und vorzeitigen Tod. Grob geschätzt, verliert ein empfindlicher Raucher mit jeder
Zigarette zwischen fünf und zehn Minuten an Lebenszeit. Weltweit rauchen Milliarden Menschen, etwa
die Hälfte davon stirbt vor der Zeit, rund ein Drittel erleidet eine COPD
Neben dem Aktivrauchen wird zunehmend auch die Rolle des Passivrauchens
in der Entstehung der COPD erkannt. Dies lässt sich an der Gesundheitsgesetzgebung in den
industrialisierten Staaten ablesen. Der deutschsprachige Raum spielt in diesem Erkenntnisprozess
allerdings eine eher unrühmliche Rolle: Wenn es etwa um den Schutz
der Nichtraucher geht, hinken wir anderen Ländern deutlich hinterher
Ähnlich wie die Rolle des Passivrauchens wird in den letzten Jahren auch der schädliche
Einfluss von Feinstaub vermehrt thematisiert. Diesbezügliche Grenzwerte wurden
fixiert und spielen in der aktuellen Gesundheitspolitik eine immer größere Rolle. In
deutschsprachigen Ländern hält sich der durchschnittliche Erwachsene etwa 90 bis 95 Prozent der
Zeit in Innenräumen auf. Konsequenterweise sollte der Luftverschmutzung in diesem Bereich besondere
Aufmerksamkeit geschenkt werden
Da die Umweltverschmutzung im Freien und die Belastung in Innenräumen von
zahlreichen Faktoren geprägt werden, ist die Wissenschaft noch lange nicht am Ende ihrer diesbezüglichen
Untersuchungen angelangt. So hat etwa die Asbest-Problematik in der Vergangenheit gezeigt, dass es
Jahrzehnte dauern kann, bis Schädigungen durch bestimmte Verunreinigungen der Luft erkannt und in
weiterer Folge auch bekämpft werden
Welche Symptome treten auf?
Die Probleme beginnen mit Husten, der alleine auftreten oder von Auswurf (Sputum)
begleitet sein kann. Nach jahrelangem Husten sind Bronchien und Lungengewebe schließlich so weit
geschädigt, dass eine Atemstrom-Behinderung (Obstruktion) auftritt, die in Atemnot resultiert
Diese Atemnot zeigt sich zuerst nur bei höhergradiger körperlicher Belastung und
wird meist fälschlich auf einen Trainingsmangel zurückgeführt. Erst wenn die Luft schon bei mäßiger
bis mittelgradiger Belastung wegbleibt, wird medizinische Hilfe aufgesucht - was meist zu spät ist,
um die Leistungsfähigkeit der Atmung in vollem Umfang wiederherzustellen
Husten, Auswurf und Atemnot über mehrere Jahre hinweg sind die wichtigsten Symptome
der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
Was können Sie selbst tun?
Der informierte und verantwortungsbewusste Patient ist in der Lage, den Verlauf der
COPD ganz wesentlich zu beeinflussen
Der allerwichtigste Punkt ist ohne Zweifel die Beendigung des Zigarettenrauchens: Es
hat wenig bis keinen Sinn, massiv Medikamente einzunehmen und gleichzeitig eine fortwährende Schädigung
von Bronchien und Lunge zuzulassen. Natürlich ist es nicht immer leicht, der Zigarette Lebwohl zu
sagen. Sollte der Rauchstopp aus eigenem Willen nicht gelingen, ist eine Entwöhnungstherapie
in Anspruch zu nehmen
Hat man es geschafft, die chronische Krankheit Nikotinabhängigkeit hinter sich zu
lassen, wird gemeinsam mit Arzt oder Ärztin entschieden, ob und in welchem Ausmaß Medikamente zur
Verhinderung bzw. Verminderung der Atemnot eingesetzt werden. Diese werden meist inhaliert, also
direkt in das betroffene System eingebracht. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt wird festgelegt,
wie viel wovon eingenommen wird und ob zusätzlich auch Tabletten nötig sind
Wenn Sie das Rauchen eingestellt haben und die Medikamente wie verordnet inhalieren,
bei körperlicher Belastung aber trotzdem von Atemnot geplagt werden, sollten Sie medizinisches
Training betreiben: Dieses spielt im Rahmen der Rehabilitation chronischer Erkrankungen - und damit
auch im Fall der COPD - eine zentrale Rolle
Schon bei mäßigen bis mittelschweren Beschwerden ein konsequentes, medizinisch
indiziertes und kontrolliertes Training zu absolvieren, ist ein sehr moderner Ansatzpunkt in der
Behandlung der Lungenerkrankung. Es ist erstaunlich, welche körperlichen Leistungen auch
COPD-Patienten durch konsequentes Training erbringen können
Insgesamt ist also nach der Diagnose eine Änderung des Lebensstils nötig, die
darin besteht, dass ein Rauchstopp
erfolgt und konsequent körperlich trainiert wird. Der Arzt hat die Aufgabe, die nötigen
Medikamente zu empfehlen. Der fitte Patient, der mit dem Rauchen aufgehört hat und die notwendigen
Medikamente einnimmt, lebt besser und länger
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