Missionen der UNO - UN Peacekeeping Liste

Mission Informationen im Überblick - Land Region - Offizielle Abkürzungen und Bezeichnungen, Kürzel, Dauer und Nummernschild - Rund 112 000 Blauhelme und zivile Hilfskräfte sind derzeit in 19 Friedensmissionen weltweit im Einsatz - Die Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen ist eine dynamische und anspruchsvolle Aufgabe geblieben

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Update vom: 22.05.2010

Friedenstruppen der Vereinten Nationen

Als UN Friedenstruppen oder Friedenstruppen der Vereinten Nationen umgangssprachlich Blauhelmsoldaten, werden von den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen (UN) für friedenssichernde und erhaltende Einsätze engl peacekeeping bereitgestellte Militäreinheiten bezeichnet, die unter dem Kommando der UN stehen. Seit 1948 sind sie in den verschiedenen Konfliktregionen in aller Welt im Einsatz. Für ihr Engagement zur Sicherung des Weltfriedens erhielten die UN Blauhelme 1988 den Friedensnobelpreis. Die bewaffneten Einsätze der Vereinten Nationen erfordern einen Beschluss des UN Sicherheitsrates und werden nach Beobachtermission, Friedensmission und Friedenserzwingung nach Kapitel VII der UN Charta unterschieden

alle UN-Missionen im Überblick..

Land / Region

Offizielle Abkürzung der Mission

Offizielle Bezeichnung der Mission

Dauer der Mission

Afghanistan

UNGOMAP

UN Good Offices Mission in Afghanistan and Pakistan

Mai 1988 - März 1990

Ägypten

UNEF  I

UN Emergency Force

November 1956 - Juni 1967

Ägypten

UNEF  II

UN Emergency Force

Oktober 1967 - Juli 1979

Ägypten

MFO

Multinational Force and Observers (keine UNO-Mission)

seit 1982

Angola

UNAVEM   I - III

UN Angola Verification Mission

Januar 1989 - Juni 1997

Angola

MONUA

UN Observer Mission in Angola

Juli 1997 - Februar 1999

Bosnien Herzegovina

UNMIBH

UN Mission in Bosnia and Herzegovina

seit Dezember 1995

Dominikanische Republik

DOMREP

Mission of the Representative of the Secretary-General in the Dominican Republic

März 1965 - Oktober 1966

El Salvador 

ONUSAL

UN Observer Mission in El Salvador

Juli 1991 - April 1995

Eritrea

UNOVER

UN Observer and Verification Mission in Eritrea

unbekannt

Georgien

UNOMIG

UN Observer Mission in Georgia

seit August 1993

Golan Höhen (Syrien)

UNDOF

UN Disengagement Observer Force

seit Juni 1974

Griechenland

UNSCOB

UN Special Committee on the Balkans

Oktober 1947 - Mai 1954

Guatemala

MINUGUA

UN Verification Mission in Guatemala

September 1994; Februar - Mai 1997

Haiti

UNMIH

UN Mission in Haiti

September 1993 - Juni 1996

Haiti

UNSMIH

UN Support Mission in Haiti

Juni 1996 - Juli 1997

Haiti

UNTMIH

UN Transition Mission in Haiti

August - November 1997

Haiti

MIPONUH

UN Civilian Police Mission in Haiti

Dezember 1997 - März 2000

Indonesien

UNAMET

UN Assistance Mission for East Timor

seit Mai 1999

Indonesien

INTERFET

International Forces East Timor (keine UNO-Mission)

seit September 1999

Indonesien

UNTAET

UN Transitional Administration in East Timor

seit Oktober 1999

Indien

UNIPOM

UN India-Pakistan Observation Mission

September 1965 - März 1966

Iran - Irak

UNIIMOG

UN Iran-Iraq Military Observer Group

August 1988 - Februar 1991

Irak

UNSCOM

UN Special Commission

April 1991 - Dezember 1999

Irak

UNMOVIC

UN Monitoring, Verification and Inspection Commission

seit Dezember 1999

Jugoslawien (Ex-)

UNPROFOR

UN Protection Force

März 1992 - Dezember 1995

Kambodscha

UNAMIC

UN Advance Mission in Cambodia

Oktober 1991 - März 1992

Kambodscha

UNTAC

UN Transitional Authority in Cambodia

März 1992 - September 1993

Kaschmir

UNMOGIP

UN Military Observer Group in India and Pakistan

seit Januar 1949

Kongo

ONUC

UN Operation in Congo

Juli 1960 - Juni 1964

Kongo

MONUC

UN Mission in the Democratic Republic of the Congo

seit November 1999

Kosovo

UNMIK

UN Interim Administration Mission in Kososvo

seit Juni 1999

Kroatien

UNCRO

UN Confidence Restoration Operation in Croatia

März 1995 - Januar 1996

Kroatien

UNMOP

UN Mission of Observers in Prevlaka

seit Januar 1996

Kroatien

UNTAES

UN Transitional Administration for Eastern Slavonia, Baranja and Western Sirmium

Januar 1996 - Januar 1998

Kuwait 

UNIKOM

UN Iraq - Kuwait Observation Mission

seit April 1991

Libanon

UNOGIL

UN Observation Group in Lebanon

Juni - Dezember 1958

Libanon

UNIFIL

UN Interim Forces in Lebanon

seit März 1978

Liberia

UNOMIL

UN Observer Mission in Liberia

September 1993  - September 1997

Macedonien

UNPREDEP

UN Preventive Deployment Force 

März 1995 - Februar 1999

Mittelamerika

ONUCA

UN Missions Observer Group in Central America

November 1989 - Januar 1992

Mosambik

ONUMOZ

UN Operation in Mozambique

Dezember 1992 - Dezember 1994

Naher Osten

UNTSO

UN Truce Supervision Organization

seit Juni 1948

Namibia

UNTAG

UN Transition Assistance Group in Namibia

April 1989 - März 1990

Neu Guinea

UNSF

UN Security Force in West New Guinea (West Irian)

Oktober 1962 - April 1963

Pakistan

UNGOMAP

UN Good Offices Mission in Afghanistan and Pakistan

Mai 1988 - März 1990

Palästina

TIPH

Temporary International Presence in Hebron (keine UNO-Mission)

( ? )

Ruanda

UNAMIR

UN Assistance Mission for Rwanda

Oktober 1993 - März 1996

Sierra Leone

UNOMSIL

UN Observer Mission in Sierra Leone

Juni 1998 - Oktober 1999

Sierra Leone

UNAMSIL

UN  Assistance (?) Mission in Sierra Leone

seit Oktober 1999

Somalia

UNOSOM   I - II

UN Operation in Somalia

April 1992 - März 1993; Mai 1993 - März 1995

Tadjikistan

UNMOT

UN Observer Mission in Tadjikistan

seit Dezember 1994

Tschad

UNASOG

UN Aouzou Strip Observer Group

Oktober 1993 - März 1996

Uganda

UNOMUR

UN Observer Mission in Uganda / Rwanda

Juni 1993 - September 1994

West Sahara

MINURSO

UN Mission for the Referendum in Western Sahara

seit September 1991

Yemen

UNYOM

UN Yemen Observation  Mission

Juli 1963 - September 1964

Zentralafrikanische Republik

MINURCA

UN in the Central African Republic

April 1998 - Februar 2000

Zypern

UNFICYP

UN Peace-Keeping Force in Cyprus

seit März 1964


Mai 2010

Die Rolle der UNO in Srebrenica

Die ungeheuren Ausmaße der Schuld der UNO im Völkermord von Srebrenica sind bis heute nicht aufgeklärt. Seit 2007 führt der deutsche Anwalt Axel Hagedorn im Namen der 6.000 Hinterbliebenen einen Prozess gegen die UNO. Im März dieses Jahres wies ein holländisches Gericht in zweiter Instanz die Klage mit der Begründung ab, die Unangreifbarkeit und die weltweite öffentliche Bedeutung der UNO hätten Vorrang vor den Interessen der Mütter von Srebrenica. Durch diesen Prozess, der vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof landen dürfte, wird völkerrechtlich deutlich, dass die Mitarbeiter der UNO über dem Gesetz stehen und juristisch nicht zu belangen sind. In diesem offenen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen erklärt Ruch die Beweggründe für die Aktion

Srebrenica stellt die größte Schande in der Geschichte der Vereinten Nationen dar


März 2009

Vereinte Nationen - Alibi Krieger

Rund 112 000 Blauhelme und zivile Hilfskräfte sind derzeit in 19 UNO Friedensmissionen weltweit im Einsatz, das sind so viele wie noch nie

Zugleich wird aber auch die Kritik am Peacekeeping der Weltgemeinschaft immer lauter. Das New Yorker Center for International Cooperation (CIC) sieht das System der multilateralen Friedenssicherung in einer tiefen "Krise"

In seinem neuen Jahresbericht in Zusammenarbeit mit der UNO fordert das CIC die Regierungen dringend zu Konsequenzen auf: "Sonst wird das System der Friedensmissionen scheitern." Alain Le Roy, Vize-Generalsekretär und zuständig für die Einsätze, stützt die Kritik. Er verlangt ehrliche Antworten auf Fragen, ob etwa die UNO Friedensmissionen "an den Rand ihrer Möglichkeiten" gelangt seien. Oder ob es immer häufiger Krisenherde gebe, in denen Blauhelm-Einsätze "einfach nicht der richtige Weg" zur Konfliktlösung sind

Zu oft sei die Entsendung von Truppen lediglich ein Alibi für das Fehlen politischer Lösungskonzepte. Die Kritik macht sich vor allem an Erfahrungen des vorigen Jahres fest. In Darfur kämpfe die UNO noch immer darum, die nötigen Truppen und Hubschrauber für die Friedensmission zusammenzubekommen, während gleichzeitig Leid und Gewalt immer schrecklichere Ausmaße annähmen, heißt es in der Studie

Im Kongo habe es oftmals "Karikaturen von nutzlosen Blauhelmen" gegeben. Und im Libanon hätten die UNO Truppen nicht verhindern können, dass die Terrororganisation Hisbollah im Machtkampf mit der Beiruter Regierung zur "größten Herausforderung" erstarkte. Gründe gibt es nach Meinung von Experten viele: fehlende finanzielle Mittel, zu wenig Truppen, vor allem aber die mangelhafte Ausrüstung und Ausbildung vieler Friedenssoldaten

Die große Mehrheit der Blauhelme wird von Entwicklungsländern gestellt, an der Spitze Pakistan, Bangladesch und Indien. Erst mit wachsendem politischem Interesse engagiert sich der hochgerüstete Westen stärker, dann aber am liebsten mit eigenem Kommando - wie in Afghanistan unter Nato Befehl oder im Tschad, wo ein europäisches Truppenkontingent unter UNO Mandat operiert


UNO Bericht 1995

Die Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen ist eine dynamische und anspruchsvolle Aufgabe geblieben, die eine Antwort auf andauernde turbulente Beziehungen zwischen den Staaten und auf bewaffnete Konflikte innerhalb der Grenzen eines Staates darstellt. Bestimmte Friedenssicherungsmissionen konnten erfolgreich beendet werden, und gleichzeitig wurden vom Sicherheitsrat neue Missionen eingerichtet, während der Status der bestehenden Einsätze von relativer Stabilität bis zu hohem Gefahrenpotential reichte. Konfrontiert mit diesen Herausforderungen hatte die Organisation weiterhin große Schwierigkeiten, von den Mitgliedstaaten die erforderlichen Mittel zu erhalten, sowohl für Spezial- und entsprechend ausgerüstete Militäreinheiten als auch für die entsprechende Finanzierung. Ende Juli 1995 waren etwa 65.000 Soldaten, 1.700 Zivilpolizisten und 6.000 Zivilpersonen in 16 Friedenssicherungseinsätzen der Vereinten Nationen disloziert, mit einem Gesamtjahreshaushalt von etwa 3,6 Milliarden Dollar

Soldaten, Militärbeobachter und Zivilpolizisten bei Friedenssicherungseinsätzen 1995

  • 01. Afghanistan
  • 02. Baltische Staaten
  • 03. Bougainville
  • 04. Burundi
  • 05. Kambodscha
  • 06. Zypern
  • 07. Osttimor
  • 08. El Salvador
  • 09. Georgien/Abchasien
  • 10. Guatemala
  • 11. Indien und Pakistan
  • 12. Irak und Kuwait
  • 13. Koreanische Halbinsel
  • 14. Liberia
  • 15. Naher Osten
  • 16. Mosambik
  • 17. Myanmar
  • 18. Berg-Karabach
  • 19. Republik Moldau
  • 20. Sierra Leone

Bericht des Generalsekretärs 1995: http://www.un.org/Depts/german/gs/gsb95/gsbiv-1.htm

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